Eltern möchten im Kindergarten vor allem „Herzensbildung“

Während Politiker den Kindergarten gerne als „Bildungseinrichtung“ in Analogie zur Schule etikettieren, möchten viele Eltern eher die menschliche Förderung im Vordergrund sehen, berichtet die „Presse am Sonntag“ in einer Reportage (13.09.2009, http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/507932/index.do?from=rss). Die Betreuung sollte dem einzelnen Kind gerecht werden, die Erzieherin müsse über das Kind Bescheid wissen und sich individuell mit jedem Kind beschäftigen können, sagten Eltern gegenüber dem Blatt. Lernen im Sinne der Aneignung von Wissen erscheint den Eltern für Kinder in diesem Alter dagegen noch nicht so prioritär: „Wenn der Kindergarten schon Bildungsstätte sein soll, dann eine Herzensbildungsstätte“, sagte eine Mutter. Der Forderung nach der individuellen Unterstützung für die Kinder stimmte auch Heidemarie Lex-Nalis von der Plattform EduCare zu: „Pädagogen müssen das Spiel der Kinder beobachten und erkennen, was ein Kind gerade braucht. Der Kindergarten darf sich nicht nur an der ganzen Gruppe orientieren, sondern auch an der einzigartigen Persönlichkeit jedes Kindes“, betont sie. Doch gerade in dieser Hinsicht liegt laut „Presse“ derzeit in Österreich noch einiges im Argen. Nach internationalen Standards wäre ein Betreuungsverhältnis von maximal 1:7 wünschenswert. Hierzulande liegt es dagegen eher bei 1:10 und darüber, so dass die Kindergärtnerinnen in der Praxis kaum Zeit haben, sich mit den einzelnen Kindern eingehend zu beschäftigen.