Experte: USA geht in Richtung „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ bei Ehe und Familie

In den USA bildet sich langsam eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ in Bezug auf Ehe und Familie heraus, warnt ein Familienexperte: Während die wohlhabenderen und gebildeteren Schichten noch immer häufig heiraten und oft lebenslang zusammenbleiben, wird in den weniger gebildeten Schichten der Anteil der unverheirateten Eltern, der Alleinerzieherinnen und der Geschiedenen immer größer. Wie Bradford Wilcox von der University of Virginia in einem Interview mit der Internetseite mercator.net (http://www.mercatornet.com/articles/view/the_new_divorce_divide/) sowie in einem Artikel für das Magazin „National Affairs“ (http://nationalaffairs.com/publications/detail/the-evolution-of-divorce) weiter ausführt, werden dadurch sowieso bereits benachteiligte Schichten durch die negativen sozialen und psychischen Auswirkungen der zahlreichen Scheidungen und Trennungen noch weiter benachteiligt. Wilcox wies darauf hin, dass die ab Ende der 1960er Jahre in den USA eingeführten rechtlichen Erleichterungen für Scheidungen keineswegs zu glücklicheren Ehen geführt hatten. Vielmehr sei der „Glücksindex“ von Ehepaaren in Umfragen ab Anfang der 1970er Jahre dramatisch gesunken. „Studien weisen nach, dass Ehemänner und Ehefrauen emotional und finanziell weniger ineinander investieren“, sagte Wilcox gegenüber mercator.net. „Doch weniger Investition bringt auch weniger Rendite.“ Es sei allerdings ermutigend, dass gebildetere Amerikaner mittlerweile eher gewillt seien, sich für ihre Ehe einzusetzen, als vor den Scheidungsrichter zu gehen, meint der Experte. Doch nun müssten auch Menschen aus einfacheren Verhältnissen die Ehe wieder schätzen lernen und stärken. „Das ist die größte Herausforderung für Amerika (und einen Großteil des Westens), was das Familienleben betrifft“, betonte Wilcox.