Schweizer Studie: Krippenkinder sind nicht die besseren Schüler
Obwohl Kinderkrippen oft mit dem Argument angepriesen werden, „Frühförderung“ für Kleinkinder zu leisten, scheint sich die längerfristige Wirkung derartiger Lerneffekte in Grenzen zu halten. Wie eine aktuelle Schweizer Studie (http://www.20min.ch/news/schweiz/story/31397115) feststellte, sind Kinder, die schon sehr früh außerhäuslich betreut wurden, keineswegs auf Dauer die besseren Schüler. Viel wichtiger waren andere Faktoren wie etwa der Ehrgeiz der Eltern, stellten die Forscher um Andrea Lanfranchi von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich fest.
Die Studie verglich Kinder, die in den ersten drei Lebensjahren ausschließlich in der Familie aufwuchsen, mit solchen, die einen Teil ihrer Zeit in Kinderkrippen, Spielgruppen oder bei Tagesmüttern verbrachten. Während in der Anfangsphase der Schule die sprachlichen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten der schon als Kleinkinder außerhäuslich betreuten Schüler von den Lehrern zunächst positiver beurteilt wurden, verpuffte dieser Effekt einige Jahre später.
Längerfristig waren der Bildungshintergrund der Eltern und die Teilnahme an musikalischen oder sportlichen Aktivitäten viel einflussreicher als die Kinderkrippe. Die Forderungen von Studienleiterin Lanfranchi aufgrund der Ergebnisse verwundern allerdings: Sie verlangt vor allem eine „bessere Qualität und Intensität der außerhäuslichen Betreuung“; selbst wenn sie einräumt, dass für jedes Kind das „richtige Maß an außerfamiliärer Betreuung“ gefunden werden müsse.