Indien: Hilfe von Frauengruppen senkte Sterberate von Neugeborenen dramatisch

FraueninIndienDer Kontakt junger Schwangerer mit lokalen Frauengruppen, die Hilfe und Unterstützung rund um die Geburt anbieten, kann die Sterberate der Neugeborenen dramatisch senken. Das geht aus einem dreijährigen Projekt hervor, das in den beiden indischen Bundesstaaten Jharkand und Orissa durchgeführt wurde, wie das medizinische Journal Lancet berichtet.





Diese Regionen gehören zu den ärmsten Indiens und haben eine deutlich höhere Sterberate von Neugeborenen als der indische Durchschnitt. Doch bereits im zweiten und dritten Jahr der Einrichtung dieser Frauengruppen fiel diese Rate in den betroffenen Gemeinden um 45 Prozent; noch deutlicher sank der Anteil jener Mütter, die mit Depression nach der Geburt zu kämpfen hatten (minus 57 Prozent).

Die Gruppen wurden von erfahrenen verheirateten Frauen aus der Gemeinde geleitet und entwickelten selbständig Strategien, um den Problemen rund um Schwangerschaft und Geburt zu begegnen. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Projekts war nach Ansicht von Audrey Prost von der University College London auch das „soziale Kapital“, das die jungen Mütter durch den Kontakt mit den anderen Frauen in der Gruppe erwarben. „Das sind meistens eher junge Frauen in arrangierten Ehen, die sonst nur ihre Schwiegermutter und einige wenige Freundinnen als Unterstützung um sich haben“, sagte Prost. All diesen Umständen sei es laut den Forschern auch zu verdanken, dass diese Frauengruppen deutlich effektiver zur Senkung der Sterberate von Neugeborenen beitragen konnten als die Bemühungen professioneller Helfer.