Journalistinnen besonders oft kinderlos
Mittwoch, 10. März 2010 um 11:18 Uhr
In manchen akademischen Berufen ist die Kinderlosigkeit von Frauen deutlich häufiger als in anderen. Darauf weist das deutsche Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V. in seinem jüngsten Newsletter hin. So bleiben Journalistinnen, Sozial- und Geisteswissenschaftlerinnen, Kunstgeschichtlerinnen und Künstlerinnen, aber auch Juristinnen besonders häufig kinderlos, während Lehrerinnen, Ärztinnen oder Apothekerinnen deutlich häufiger Kinder haben.Das Institut verweist einerseits darauf, dass der Anteil von Müttern im Gesundheits- und Sozialbereich generell höher ist als in anderen akademischen und Diplomberufen, andererseits aber auch darauf, dass gerade Bereiche wie Journalismus, Sozialwissenschaft oder Kunst "ideologieanfälliger" seien und in den vergangenen Jahrzehnten besonders von den feministischen Debatten geprägt wurden, die Mutterschaft, Ehe und Familie grundlegend infrage stellten. Zudem gebe es eine "minoritäre, aber wachsende Gruppe" in der Bevölkerung, die "Familie nicht wünscht und nicht lebt".
Das Institut übt mit dem Beitrag vor allem Kritik an der "Kunstfigur" der kinderlosen Akademikerin im deutschen politischen Diskurs, die angeblich mit dem Ausbau von ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen dazu gebracht werden kann, Kinder zu bekommen. "Um die Entscheidung für Kinder wirksam zu fördern, müsste sich die Politik statt an fiktiven Kunstfiguren an den realen Präferenzen der 'Familienmenschen' orientieren", fordert das Institut.
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