Studie: Selbstmordgedanken und homosexuelle Identifizierung hängen zusammen
Mittwoch, 10. März 2010 um 11:04 Uhr
Dass Selbstmordgedanken bei sich selbst als homosexuell identifizierenden Jugendlichen besonders verbreitet sind, ist bereits länger bekannt. Nun hat eine kanadische Forschergruppe festgestellt, dass solche Gedanken eng mit der Selbstidentifizierung korrelieren, nicht jedoch mit dem tatsächlichen Sexualverhalten.Forscher von der McGill-Universität in Montreal befragten für die Studie anonymisiert 1.900 Schüler in 14 Mittelschulen. Dabei fanden sie heraus, dass jene Jugendliche, die sich selbst als homosexuell identifizierten oder unsicher bezüglich ihrer sexuellen Identität waren, eine deutlich größeren Hang zu Selbstmordgedanken und -versuchen zeigten als solche, die zwar homosexuelle Empfindungen oder Erfahrungen gehabt hatten, sich selbst jedoch als heterosexuell identifizierten.
Nach Angaben der Wissenschaftler handelt es sich um die erste derartige Studie, die sexuelle Identität eindeutig vom Verhalten trennt. Das Ergebnis der Studie könnte ein Hinweis darauf sein, dass der starke mediale und gesellschaftliche Druck auf Jugendliche, sich bereits frühzeitig auf eine "Identität" als hetero-, homo- oder bisexuell festzulegen, unter Umständen schädliche Auswirkungen haben könnte.
Alle Beiträge