US-Fachblatt: Kinder brauchen nicht Mutter und Vater

Mann+Frau verboten Ein US-Fachblatt attackiert die Idee, dass Kinder für eine harmonische Entwicklung Mutter und Vater brauchen. In einem Leitartikel für die Februar-Ausgabe der Zeitschrift Journal of Marriage and Family behaupten die Autoren, dass Väter für Kinder nicht unbedingt notwendig seien, berichtet Science Daily.




Die Soziologen Timothy Biblarz und Judith Stacey schieben die bisherige Forschung über die Schwierigkeiten von Kindern, die nur mit der Mutter aufwuchsen, mit dem Argument zur Seite, diese sage nur etwas über die Nachteile der Alleinerzieherfamilie, nichts jedoch über das Geschlecht der Erzieher aus.

Der Artikel soll offenbar die Ansicht unterstützen, wonach die Erziehung durch zwei Frauen oder zwei Männer gegenüber der Erziehung durch Vater und Mutter für die Kinder keinen Unterschied mache oder sogar positive Auswirkungen habe. Die beiden Autoren räumen zwar ein, dass es bisher noch kaum Forschung über Familien mit zwei „Vätern“ gebe. Sie behaupten jedoch, Familien mit zwei „Müttern“ seien genauso gut, wie Familien mit Mutter und Vater. Schließlich gebe es auch in solchen Beziehungen Verhaltensunterschiede, lautet das Argument – so widme die leibliche Mutter im Durschnitt ihrem Kind mehr Zeit als ihre Partnerin. Biblarz und Stacey reduzieren mit dieser Interpretation Vaterschaft und Mutterschaft lediglich auf „Rollen“ und Verhaltensunterschiede und blenden die – mittlerweile biologisch, neurologisch und psychologisch gut nachgewiesene – tiefgreifende Prägung des gesamten Menschen durch das Geschlecht aus.

Die Behauptung, das Geschlecht der Eltern mache für die Kinder keinen Unterschied, wird übrigens von den Autoren des vorliegenden Artikels selbst widerlegt: Stacey und Biblarz waren 2001 in einer viel beachteten Metastudie zu dem Schluss gekommen, dass bei Kindern aus „Regenbogenfamilien“ nicht-geschlechtstypisches Verhalten und homosexuelle Aktivität deutlich häufiger seien als bei Kindern aus traditionellen Familien – ein Ergebnis, das die beiden Soziologen im Übrigen als „Befreiung von der Heteronormativität“ begrüßten. Hier wurden offenbar die Vorstellungen vom Kindeswohl einfach der eigenen Weltanschauung angepasst.