Millionen chinesischer Männer ohne Frau
Mittwoch, 10. März 2010 um 10:40 Uhr
Der Männerüberschuss in China wird bald einen neuen Höchststand erreichen und die Krise um fehlende Frauen verschärfen. Die chinesische Akademie der Sozialwissenschaften sagt für das Jahr 2020 bereits einen Überschuss von 24 Millionen Männern voraus.
Dies bedeutet, dass in Zukunft Millionen Männer in China keine Frau finden werden, was wohl tiefgreifende soziale und gesellschaftliche Probleme mit sich bringen wird.
Der Hauptgrung für die fehlenden Frauen ist die Paarung der seit den 1980er Jahren betriebenen „Ein-Kind-Politik“ mit der traditionellen Vorliebe für Söhne. Viele chinesische Paare setzen daher bei dem einzigen erlaubten Kind eher auf einen Sohn, während Töchter oft abgetrieben werden. Das spiegelt sich auch deutlich im Geschlechterverhältnis bei der Geburt wider: Dieses beträgt in China im Schnitt 1,1:1 zugunsten der Buben, während das natürliche Verhältnis etwa bei 1,05:1 liegt. Auch die Sterberate liegt bei weiblichen Kleinkindern in China deutlich über denen der männlichen, obwohl neugeborene Buben im weltweiten Durchschnitt gesundheitlich anfälliger sind als Mädchen – ein Hinweis darauf, dass weibliche Säuglinge eher vernachlässigt werden.
Alle Beiträge