"Katastrophenmeldungen über Familie hinterfragen"
Mittwoch, 10. März 2010 um 10:28 Uhr
Die Familie ist trotz aller Veränderungen soziologisch stabiler als kolportiert und werde „von gleichgebliebenen Sehnsüchten gespeist“. Darauf wies die Linzer Soziologin Martina Beham-Rabanser bei der 70. Österreichischen Pastoraltagung im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil hin.
Die verbreiteten „Katastrophenmeldungen“ rund um Ehe und Familie müssten vielmehr „auf ideologische Voreingenommenheit hinterfragt“ werden, forderte die Soziologin.
Sie wies dabei insbesondere auf die trügerische Natur von Statistiken hin: Tatsächlich sei nur acht Prozent der österreichischen Bevölkerung über 15 Jahren geschieden, nur 17 Prozent wuchsen als Einzelkinder auf und den überwiegenden Teil der „Singlehaushalte“ machten verwitwete ältere Menschen aus. Die Sehnsüchte nach einer stabilen Paarbeziehung seien nach wie vor da, auch die Ehe halte die Mehrheit der Österreicher nicht für überholt, betonte die Soziologin. Für Unsicherheit und Belastungen für die Beziehung sorgten heute allerdings die Veränderungen bei Geschlechterrollen und Kindererziehung sowie der Stress durch die Anforderungen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Alle Beiträge